35 Jahre an der Wiener Börse

Kontinuität, Wachstum und Vertrauen

Mit dem Börsengang der damaligen Bundesländer-Versicherung im Dezember 1990 begann für die heutige UNIQA Insurance Group eine neue Phase der Unternehmensentwicklung. Der Schritt an die Börse erfolgte in einer Phase des strukturellen Wandels der österreichischen Versicherungswirtschaft. Diese Entscheidung erwies sich als wegweisend. Der Kapitalmarkt eröffnete neue Handlungsspielräume, förderte Professionalität in Governance und Risikomanagement und machte langfristige strategische Entwicklungen möglich.

Damit wurde der Kapitalmarkt zu einem entscheidenden Faktor in unserer Unternehmensstrategie – zunächst zur Stärkung der Eigenkapitalbasis, später als Katalysator für Internationalisierung, Wachstum und Professionalisierung. CEO Andreas Brandstetter: „Seit über 200 Jahren versichern Menschen bei uns, was ihnen wichtig ist. Seit 35 Jahren notieren wir an der Wiener Börse, und vor etwa 25 Jahren begann unsere Expansion nach Osteuropa. Heute vertrauen uns nahezu 18 Millionen Kundinnen und Kunden.“

Fusion, neue Marke und Expansion

Ende der 1990er-Jahre folgte mit der Zusammenführung mehrerer Versicherungen und der Einführung der Marke UNIQA ein strategischer Wendepunkt. Aus einer komplexen Mehrmarkenstruktur entstand eine einheitliche Marke, die sich rasch zur bekanntesten Versicherungsmarke Österreichs entwickelte. Die Einmarkenstrategie erwies sich nicht nur national, sondern gerade auch international als entscheidender Wettbewerbsvorteil.

Ab Beginn der 2000er-Jahre startete die Expansion nach Zentral- und Osteuropa. In einem Wirtschaftsraum mit rund 150 Millionen Einwohner:innen setzte UNIQA auf organisches Wachstum und gezielte Akquisitionen. Zwischen 2005 und 2008 wurden sieben neue Märkte erschlossen. Der Kapitalmarkt ermöglichte diese Entwicklung durch Finanzierungsspielräume und erhöhte zugleich die Anforderungen an Governance, Reporting und Risikosteuerung.

Kurskorrektur und strategische Fokussierung

Die Finanzkrise 2007/08 stellte auch UNIQA vor grundlegende Herausforderungen. In der Folge rückten Kapitalstärke, Risikomanagement und Nachhaltigkeit stärker in den Fokus. Ab 2011 wurde unser Unternehmen strategisch neu ausgerichtet: Konzentration auf das Kerngeschäft in Österreich und CEE, Desinvestitionen in Westeuropa, Stärkung der Ertragskraft und eine klare Wachstumsagenda.

Ein zentraler Meilenstein auf diesem Weg war der Re-IPO im Jahr 2013, den wir bewusst als „zweiten Börsengang“ positionierten. Der Streubesitz stieg auf rund 35 Prozent, der Ausgabepreis lag bei 8 Euro je Aktie. Mitarbeitende wurden gezielt beteiligt. Damit rückte der Kapitalmarkt noch stärker in den Fokus der Unternehmenssteuerung. „Die konsequente Ausrichtung auf den Kapitalmarkt war nicht nur eine finanzielle, sondern auch eine kulturelle Transformation“, betont Kurt Svoboda, Chief Financial and Risk Officer.

Wachstum, Kund:innen und Ergebnisqualität

Heute betreut UNIQA mehr als 18 Millionen Kund:innen, davon etwa 14 Millionen in Zentral- und Osteuropa und knapp 4 Millionen in Österreich. In CEE zählen wir zu den margenstärksten Versicherungsunternehmen der Region. Unsere Kundenzahl konnten wir seit 2011 mehr als verdoppeln, parallel dazu haben wir die Kapitalbasis stabilisiert und die operative Effizienz erhöht. Einen wichtigen Meilenstein auf diesem Weg bedeutete die Integration der ehemaligen AXA-Gesellschaften in Polen, Tschechien und der Slowakei.

Die UNIQA Aktie ist seit über zehn Jahren durchgehend Teil des ATX und seit 2022 auch im ATX Top Dividend vertreten. Nach der Präsentation der neuen Strategie „UNIQA 3.0 – Growing Impact“ für den Zeitraum 2025 – 2028 stieg der Aktienkurs kontinuierlich an und lag Ende 2025 bei 15,46 Euro. Der Streubesitz von 35,6 Prozent entspricht einem Wert von 1,7 Milliarden Euro.

Progressive Dividendenstrategie

UNIQA positioniert sich klar als Dividendentitel mit Wachstumsperspektive. Für das Geschäftsjahr 2024 haben wir eine Dividende von 0,60 Euro je Aktie ausgeschüttet, insgesamt waren es 184 Millionen Euro. Für 2025 beträgt unser Dividendenvorschlag 0,72 Euro je Aktie bzw. 221 Millionen Euro insgesamt. Die Dividendenrendite liegt damit – Zustimmung der Hauptversammlung vorausgesetzt – bei rund 6 Prozent. Auch künftig bekennen wir uns zu einer progressiven Dividendenstrategie mit einer Ausschüttungsquote von 50 bis 60 Prozent. Dies unterstreicht unseren Anspruch, unsere Aktionär:innen nachhaltig am Unternehmenserfolg zu beteiligen und gleichzeitig ausreichende Mittel für Investitionen und Wachstum bereitzuhalten.

Zeitstrahl 35 Jahre. Grafik zu den Meilensteinen von UNIQA

Profitabilität, Effizienz und Impact

Mit „UNIQA 3.0 – Growing Impact“ setzen wir auf eine klar kapitalmarktorientierte Strategie. Dank der guten Erfolge bei der Umsetzung dieser Strategie haben wir im November 2025 die meisten Wachstums- und Profitabilitätsziele sogar noch angehoben: Bis 2028 strebt UNIQA ein durchschnittliches Prämienwachstum von rund 6 Prozent pro Jahr sowie ein jährliches Wachstum des Gewinns pro Aktie von mindestens 7 Prozent an. Der angestrebte Return on Equity soll bei über 13 Prozent, die Combined Ratio (netto) unter 93 Prozent liegen. Ergänzend dazu wollen wir die Verwaltungskostenquote unter 15 Prozent senken, dies bei einer Solvenzquote von 180 bis 230 Prozent.

„Der Kapitalmarkt hat gezeigt, dass er unsere Ziele für glaubwürdig hält“, so Andreas Brandstetter, CEO der UNIQA Insurance Group. „Das Vertrauen der Investorinnen und Investoren ist Bestätigung und Ansporn und zugleich eine Verpflichtung für morgen.“

Kapitalmarkt als langfristiger Maßstab

35 Jahre Börsennotiz stehen bei UNIQA für Kontinuität und Anpassungsfähigkeit. Der Kapitalmarkt war und ist nicht nur Finanzierungsquelle, sondern Maßstab für Transparenz, Steuerungsqualität und nachhaltige Wertschaffung. Die Verbindung von mehr als 200 Jahren Versicherungstradition mit kapitalmarktorientierter Unternehmensführung bildet das Fundament für die nächste Wachstumsphase. Oder, wie CFRO Kurt Svoboda es formuliert: Der Börsengang hat UNIQA „Stabilität gegeben und den Weg für langfristiges Wachstum geöffnet“.