14.4. Herausforderungen und Prioritäten im Risikomanagement für 2026

Nicht-Versicherungs-Geschäftsmodelle

Im Jahr 2026 wird sich UNIQA weiterhin mit der strategischen Erweiterung über das traditionelle Versicherungsgeschäft hinaus beschäftigen. Diese Modelle – darunter Pensions- und Investmentfonds, die Mavie Gruppe und UNIQA Sustainable Business Solutions – konzentrieren sich auf Prävention und Beratung anstatt auf klassischen Risikotransfer, Prämien oder Kapitalerträge. Ziel ist es, Risiken aktiv zu reduzieren oder zu vermeiden, was Kundenbindung stärkt, neue Einnahmequellen bringt und UNIQA wettbewerbsfähig hält. Gleichzeitig entstehen neue operationelle, technologische und reputationsbezogene Risiken, die eine Anpassung der Governance-Strukturen erfordern werden. Insgesamt stellen diese Modelle eine strategische Weiterentwicklung dar, die UNIQA mit den sich wandelnden Kundenerwartungen in Einklang bringen wird.

Regulatorische Risiken (Solvency II Review, IRRD, Sustainability Risk Plans)

Im Verlauf des Jahres 2026 wird sich UNIQA intensiv mit der Umsetzung der überarbeiteten Solvency II-Richtlinie sowie der neuen Insurance Recovery and Resolution Directive (IRRD) beschäftigen. Der Solvency II Review bringt umfassende Änderungen in nahezu allen Bereichen mit sich – von der Kapitalberechnung über die Governance bis hin zur Berichterstattung. Diese Neuerungen erfordern eine strukturierte Umsetzung durch gezielte Implementierungsprojekte, die sowohl inhaltliche als auch technische Anpassungen der internen Prozesse und Systeme beinhalten. Parallel dazu wird eine präventive Sanierungsplanung und Abwicklungsplanung gemäß IRRD entwickelt, um die finanzielle Stabilität auch in Krisensituationen zu sichern. Dieser Plan umfasst Indikatoren zur Früherkennung, Governance-Strukturen, konkrete Stabilisierungsmaßnahmen, Szenarioanalysen und eine Kommunikationsstrategie. Beide regulatorischen Initiativen erfordern eine umfassende Anpassung interner Prozesse und Berichte und unterstreichen das strategische Ziel, regulatorische Anforderungen vorausschauend zu erfüllen und die Widerstandsfähigkeit des Konzerns nachhaltig zu stärken. Ein weiterer relevanter Punkt im Jahr 2026 wird die konkrete Umsetzung der neuen regulatorischen Anforderungen in Bezug auf Nachhaltigkeitsrisikopläne. Sowohl auf Gruppenebene als auch in den Konzerngesellschaften werden entsprechende Konzepte erarbeitet, um die Nachhaltigkeitsrisikopläne zu integrieren. Die konkreten regulatorischen Anforderungen werden mit der Veröffentlichung der finalen technischen Standards in der zweiten Jahreshälfte 2026 erwartet und bilden die Grundlage für die inhaltliche Ausgestaltung der Pläne.

Solvency II
Richtlinie der Europäischen Union zu Publikationspflichten sowie Solvabilitätsvorschriften für die Eigenmittelausstattung von Versicherungsunternehmen
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