Ausblick

Konjunkturentwicklung

Der makroökonomische Ausblick für 2026 ist von einer erhöhten Unsicherheit geprägt. Sowohl für die Weltwirtschaft als auch für die USA und Europa überwiegt derzeit eine vorsichtige Einschätzung. Ursache hierfür sind weniger zyklische Faktoren als vielmehr politische und strukturelle Risiken. Dazu zählen die weiterhin ungeklärte Entwicklung der globalen Handelsbeziehungen – insbesondere zwischen den USA und China –, geopolitische Konflikte sowie die geld- und fiskalpolitischen Rahmenbedingungen in den großen Volkswirtschaften.

Ein zentrales Thema bleibt die Frage, in welchem Ausmaß bestehende und mögliche neue Handelszölle tatsächlich preistreibend wirken. Ebenso ist offen, ob geopolitische Konflikte, allen voran der Krieg in der Ukraine, mittelfristig gelöst werden können und damit positive wirtschaftliche Impulse entstehen. Darüber hinaus richten sich die Blicke der Märkte verstärkt auf die Inflations- und Arbeitsmarktentwicklung in den USA und die daraus abgeleitete Zinspolitik der Federal Reserve. Ergänzt wird dieses Bild durch die Unsicherheit, ob der derzeitige Investitionsboom im Bereich Künstliche Intelligenz langfristig tragfähig ist oder zumindest temporär überzogene Erwartungen enthält.

OECD und IWF erwarten für 2026 ein moderates globales Wachstum. Die Prognosen liegen bei rund 3 Prozent. Für die USA wird ein Wachstum zwischen 1,5 Prozent und 2 Prozent erwartet, während die Eurozone mit rund 1 Prozent bis 1,2 Prozent deutlich darunterbleibt. Insgesamt deutet dies auf ein Umfeld hin, das weder rezessiv noch dynamisch expansiv ist.

Inflationär sollte sich die Lage weiter entspannen. Der starke Preisauftrieb der vergangenen Jahre verliert an Bedeutung, ohne dass Deflationsrisiken erkennbar sind. Gleichzeitig dürfte sich der Arbeitsmarkt leicht abkühlen. Zwar ist nicht mit einem deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit zu rechnen, allerdings auch nicht mit einer erneuten Belebung der Neueinstellungen.

In Europa zeigt sich erstmals seit längerer Zeit ein konstruktiveres Bild beim privaten Konsum. Der deutliche Rückgang der Inflation und die bereits erfolgten Zinssenkungen der EZB im Jahr 2025 stützen die reale Kaufkraft. Für 2026 wird von der Europäischen Zentralbank ein weitgehend abwartender Kurs erwartet, größere geldpolitische Impulse sind derzeit nicht absehbar.

Strukturell bleibt das Wachstumspotenzial Europas jedoch begrenzt. Neben dem demografischen Gegenwind sind es vor allem schwache Produktivitätsentwicklungen, die das langfristige Wachstum dämpfen. Seit der Pandemie stagniert die Produktivität in weiten Teilen der Eurozone, insbesondere in den großen Kernländern. Positive Ausnahmen wie Spanien verdeutlichen, dass Reformen und Investitionen durchaus Wirkung entfalten können. Der notwendige industrielle Umbau sowie die Sicherung der technologischen Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den USA und China bleiben zentrale Herausforderungen.

Für Mittel- und Osteuropa ist das Bild freundlicher. Unterstützt durch EU-Förderprogramme und Investitionen wird für Länder wie Polen ein Wachstum von über 3 Prozent erwartet, während Ungarn und Tschechien solide Zuwächse um 2 Prozent erreichen dürften.

Unternehmensausblick

Für das Geschäftsjahr 2026 bleibt unser Fokus klar auf der weiteren Stärkung des versicherungstechnischen Kerngeschäfts. In Österreich konzentrieren wir uns dabei insbesondere auf eine nachhaltige Steigerung von Profitabilität und Effizienz sowie auf den Ausbau unseres Krankenversicherungsgeschäfts. In unseren CEE-Märkten liegt der Schwerpunkt auf einem beschleunigten, profitablen Wachstum, entsprechend erwarten wir auch 2026 ein über dem BIP liegendes Prämienwachstum. Übergeordnetes Ziel bleibt UNIQA als diversifizierte, attraktive Dividendenaktie mit nachhaltigem Prämien-, Ertrags- und Ausschüttungswachstum zu positionieren.

Die geopolitischen Rahmenbedingungen bleiben instabil und wetterbedingte Schäden nehmen tendenziell zu, somit bleibt eine Prognose zur zukünftigen Geschäftsentwicklung mit Unsicherheiten verbunden. Vorbehaltlich außergewöhnlich negativer Auswirkungen durch Naturkatastrophen oder Kapitalmarktverwerfungen erwartet UNIQA für das Geschäftsjahr 2026 ein Ergebnis vor Steuern zwischen 540 Millionen und 570 Millionen Euro.

Mit einer Zielausschüttungsquote von 50 bis 60 Prozent streben wir nach wie vor eine progressive und attraktive Erfolgsbeteiligung für unsere Aktionärinnen und Aktionäre an.